IPMS Bern

Panzer 58

Um die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern, beschloss man in der Schweiz eine Eigenentwicklung von Kampfpanzern.

Das Projekt wurde 1951 unter der Bezeichnung KW 30 gestartet. Als Resultat davon wurden 2 Stück Prototypen und später nochmals 10 Stück Vorserienfahrzeuge des Panzer 58 gebaut.

Ab dem Jahr 1960 wurden mit dem Panzer 58 Truppenversuche durchgeführt. Als Grundlage diente der Panzer 58 für die darauf folgende Entwicklung des Panzer 61. 

Der im Outdoor Panzermuseum in Thun (leider wurde dieses Outdoormuseum aufgelöst) ausgestellte Panzer 58 stammt aus der Vorserie.


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Geschichte

Nachdem die Schweiz bisher lediglich mit Kampffahrzeugen ausländischer Produktion ausgestattet war, z. B. Panzerjäger G13, wurden im Jahre 1953 Mittel für die Entwicklung eines eigenen Kampfpanzers bewilligt. Der erste Prototyp war 1957 fertiggestellt und wurde als Panzer 58 bezeichnet. Eine 90mm Kanone war als Hauptbewaffnung eingebaut. Ein zweiter Prototyp führte eine englische 90mm Kanone. Weitere zehn Prototypen mit einer 84mm-Kanone wurden zwischen 1960 und 1961 fertig gestellt.


Beschreibung

Die Konstruktion des Panzers ist konventionell mit Fahrer vorn, in der Mitte der Kampfraum und im Heck der Motor mit Fahr- und Lenkgetriebe.

Die Antriebseinheit ist kompakt aufgebaut und kann als Ganzes aus- und eingebaut werden. Sie besteht aus Motor, Hilfsmotor, Fahr- und Lenkgetriebe, Hilfsgetriebe und Kühler. Der Hilfsmotor ist ein 4-Zylinder-Reihen-Dieselmotor und diente zum Antrieb des Hauptgenerators, also der Stromversorgung. In Notfällen konnte mit dem Hilfsmotor über das Hilfsgetriebe der Hauptmotor gestartet oder der Panzer damit über kurze Strecken bewegt werden. Das Getriebe ist ein lastschaltbares Lamellenkupplungsgetriebe mit sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen. Die Lenkung erfolgt mit einem Lenkrad. Fuss- und Feststellbremse bestehen aus zwei Bandbremsen, die links und rechts am Getriebe angeflanscht sind. Der Turm ist in der Mitte des Panzers eingebaut und aus legiertem Panzerstahl gegossen.

Der Kommandant und der Richtschütze sitzen rechts, der Ladeschütze links im Turm. Vorne in der mitte des Fahrzeuges ist der Fahrer untergebracht.


Daten

  • Besatzung: 4 Mann, (Kommandant, Fahrer, Richtschütze, Ladeschütze)
  • Länge: 6,90m mit Kanonen in Stellung 12 Uhr / mit Kanone im Marschlager 8,49m
  • Breite: 3,06m
  • Höhe: 2,85m
  • Gewicht: 35'100kg
  • Hauptbewaffnung: 90mm-Kanone (1. Prototyp 90mcm Pz Kan 48 / 2. Prototyp 90mm Pz Kan 48 / 10 weitere Panzer 58 der Vorserie 84mm PaK 55), 44 Granaten
  • Sekundärbewaffnung: 6 × Nebelwerfer 51 80mm (12 Patronen) / 1 × 7,5mm Flab-Mg 3400 Schuss / 1 × 20mm-Maschinenkanone 240 Schuss
  • Motorleistung: 620PS (Diesel)
  • Höchstgeschwindigkeit: 55km/h


Verwendung

Der Mittlere Panzer 58 bildete eine wertvolle Grundlage für den späteren bau des Panzer 61. Zwischen 1958 und 1964 waren alle zwölf Prototypen im Truppengebrauch. Danach wurden sie umgerüstet und als Zielpanzer 61 (fahrendes Ziell) eingesetzt.

Der Prototyp mit der M-Nummer M0895 befindet sich im Panzermuseum Thun (leider wurde dieses Outdoormuseum aufgelöst), dies ist zugleich auch der letzte verbliebene Panzer 58. Der Panzer 58 mit der M-Nummer M0895 fand sein neues Zuhause im Fahrzeugmuseum der Stiftung HAM in Burgdorf.



Weitere Informationen zu diesem Fahrzeug finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittlerer_Panzer_1958


Fotos: Peter Zingg, IPMS Sektion Bern