
Mark IV Beutepanzer "Wagen 201 Max"
Hersteller: Takom Nummer 2076
Modifizierung: MR Modellbau MR35434
Erbauer: Lothar Limprecht, Extern
Der Mark IV Beutepanzer „Wagen 201 Max“ war ein erbeuteter britischer Panzer, der im Ersten Weltkrieg von der Schweren Kampfwagen-Abteilung (Beute) Nr. 13 des Deutschen Kaiserreichs eingesetzt wurde.
Technische Einordnung und Kennung
Typ: Es handelte sich um eine „Male“ (männliche) Variante des Typs Mark IV, solche waren im Gegensatz zu den nur mit Maschinengewehren bestückten „Female“-Varianten (weiblich) mit zwei 6-Pfünder-Kanonen (57 mm) in den seitlichen Erkern ausgerüstet.
Nummerierung: Bei den deutschen Beuteabteilungen erhielten die weiblichen Panzer Nummern im 100er-Bereich, während die männlichen Panzer mit 200er-Nummern versehen wurden. „Max“ trug dementsprechend die Wagennummer 201.
Einsatz in der Abteilung 13
Die Beute-Abteilung 13 wurde im Frühjahr 1918 (aufgestellt am 16. April 1918 unter Oberleutnant Wilhelm) formiert und übernahm im Mai 1918 ihre ersten fünf britischen Panzer vom Bayerischen Armee-Kraftwagen-Park Nr. 20. Zusammen mit Wagen 201 „Max“ bildeten die Panzer „Schnucki“ (103), „Kathi“ (104), „Marianne“ (112) und „Moritz“ (206) den ersten Kern der Einheit. In historischen Berichten über deutsche Panzerangriffe im Jahr 1918 wird dokumentiert, dass Wagen 201 „Max“ direkt zu Beginn eines Angriffs, beim Vorstoß auf französische Linien aufgrund von Getriebeproblemenvorzeitig ausfiel. Wie es weiterhin heißt, hätte es die Besatzung versäumt, die Geschützerker genügend zu befestigen, wodurch diese sich lockerten und den Getriebeschaden mitverursachten. Die Zuverlässigkeit der erbeuteten Fahrzeuge war generell mangelhaft, weshalb die Zusammensetzung der Abteilung 13 im Laufe des Jahres 1918 durch ständige Ausfälle und Ersatzfahrzeuge stark fluktuierte.
Britische Herkunft
Vor seiner Erbeutung besaß der Panzer eine britische Identität. Es handelte sich um den Tank mit der Seriennummer 2080, der den Namen „Black Arrow II“ trug. Er wurde im November bzw Dezember 1917 von deutschen Truppen während der geschichtsträchtigen Schlacht von Cambrai erbeutet. Nach der Bergung wurde er in den deutschen Werkstätten, dem Armee-Kraftwagen-Park, repariert, umgerüstet und am 21. Mai 1918 offiziell als Wagen 201 „Max“ an die neu aufgestellte Abteilung 13 übergeben.
Die spezifischen Gefechtsdaten und Einsatzorte
Die Abteilung 13 stand Ende Mai 1918 vor ihrem ersten großen Kampfeinsatz im Rahmen der deutschen Frühjahrsoffensive an der Aisne (Chemin des Dames). Für „Max“ und seinen Kommandanten, Leutnant Ludwig, verliefen die Einsatztage jedoch technisch katastrophal:
27. Mai 1918: Am Tag des großen deutschen Angriffs erlitt Wagen 201 auf dem Marsch zum Bereitstellungsraum einen schweren Getriebeschaden (mechanischen Totalausfall). Das Fahrzeug erreichte den Startpunkt der Offensive nie und nahm an den eigentlichen Kämpfen dieses Tages nicht teil.
01. Juni 1918: Nach hastigen Reparaturversuchen durch die Werkstatttrupps sollte „Max“ bei Folgeoperationen erneut ins Gefecht geführt werden. Doch das Getriebe versagte abermals. Der Panzer blieb erneut weit hinter der eigentlichen Frontlinie liegen und fiel endgültig für die Offensive aus.
Der Verbleib des Panzers
Da das Getriebe der schweren Mark IV-Panzer ohne originale britische Ersatzteile kaum dauerhaft standfest zu bekommen war, lohnte sich ein erneuter, aufwendiger Front-Instandsetzungsversuch für die Abteilung 13 nicht mehr.
„Max“ wurde daraufhin aus der aktiven Truppe der Abteilung 13 herausgezogen und ging zurück in die rückwärtige Instandsetzungsbasis, vermutlich nach Charleroi in Belgien, wo sich die zentrale deutsche Reparaturwerkstätte für Beutepanzer befand. Aufgrund des chronischen Mangels an einsatzfähigen Panzern diente Wagen 201 dort sehr wahrscheinlich als Ersatzteilspender, um andere männliche Beutepanzer der 200er-Reihe fahrbereit zu halten.
Nach dem Waffenstillstand im November 1918 wurden die verbliebenen Reste des Panzers von den alliierten Truppen übernommen und in den Nachkriegsjahren verschrottet. Im Gegensatz zu seinem Abteilungs-Gefährten „Schnucki“ (Wagen 103), dessen Wrack nach dem Krieg in Berlin stand, existieren von „Max“ heute nur noch historische Fotografien aus den Tagen seiner Übergabe im Mai 1918.
Markante Tarnung und Anstriche
Das Basis-Tarnschema: Im Gegensatz zur typischen britischen Khaki/Braun-Lackierung wurde Wagen 201 nach seiner Erbeutung komplett übermalt. Das deutsche Schema bestand aus einem unregelmäßigen Flecktarn (Buntfarbenanstrich) in den Farben Erdgeld/Ocker, Feldgrau/Grün und Lehmbraun. Die Flecken waren oft durch schmale, schwarze Trennlinien voneinander abgegrenzt. Diese durch Trennlinien scharf voneinander abgegrenzten Farben sind auf den verfügbaren Fotos bei Strasheim in der Publikation zu den deutschen Beute-Tanks nicht auszumachen.
Der Namenszug: Der Name „Max“ war in weißen, schnörkellosen Blockbuchstaben (Serifenschrift) auf beiden Seiten des Panzers aufgemalt – zumeist erfolgte dies im vorderen Bereich der Seitenwände, knapp über den Kettenlaufwerken. Bei „Max“ jedoch anhand der Fotos ebenfalls dort nicht zu erkennen.
Kennzeichnungen und Hoheitszeichen
Die Wagennummer: Die Nummer 201 war gut sichtbar am Fahrzeug angebracht. Für gewöhnlich befand sie sich am Heck sowie im vorderen Bereich der Fahrerfront, um der Abteilungsführung die schnelle Identifikation im Feld zu ermöglichen.
Eiserne Kreuze bzw Balkenkreuze: Zur Vermeidung von Eigenbeschuss (Friendly Fire) trug „Max“ riesige, weithin sichtbare Eiserne Kreuze. Typisch für diese Phase (Mai 1918) war durchaus ein Übergangs-Kreuz: Ein großes, weißes Quadrat, auf dem das schwarze Kreuz so aufgebracht war, dass an den Außenkanten dicke weiße Ränder verblieben. Diese Kreuze befanden sich: Auf beiden Seitenkuppeln (Erker/Sponsons) direkt hinter den Geschützen.
Großflächig auf der flachen Heckplatte. Auf dem Dach des Panzers (für die eigene Fliegerbeobachtung). Im Falle von „Max“ lassen sich „Eiserne Kreuze“ an der Bugplatte und an den Seitenwände, je eines vor und hintern den Geschützerkern erkennen.
Technische Modifikationen (BAKP 20 Standard)
Auf Fotos lässt sich „Max“ als umgerüsteter deutscher Beutepanzer an folgenden technischen Details von einem normalen britischen Mark IV „Male“ unterscheiden:
Die Hauptbewaffnung: Die britischen 6-Pfünder-Kanonen wurden durch belgische 5,7-cm-Maxim-Nordenfelt-Kanonen (erbeutet aus belgischen Festungen) ersetzt. Diese besaßen ein anderes Rohrprofil und wurden auf einer auffälligen deutschen Sockellafette mit einer eckigen, deutschen Schutzblende (Schild) montiert.
Maschinengewehre: Anstelle der britischen Lewis- oder Hotchkiss-MGs wurden deutsche MG 08 oder MG 08/15 in die Kugelblenden eingesetzt. Auf scharfen Fotos erkennt man die typischen dicken Kühlwassermäntel der deutschen MGs.
Dachkonstruktion (Zusatzschutz): Viele Panzer der Abteilung 13 erhielten ein leicht schräg abfallendes Schutzdach aus Holzbohlen oder dünnem Blech über der echten Dachplatte, um handgeworfene Granaten der alliierten Infanterie einfach abrollen zu lassen – nicht erkennbar bei „Max“.
Autor:
Text: Lothar Limprecht
Fotos: Lothar Limprecht









